Einleitung/Überblick

Was sind CFDs und wie und wo kann ich sie handeln? Was sind Margins und wie entsteht der Hebel? Was unterscheidet CFDs von anderen Produkten? Wo liegen die Vorteile von CFDs und wo die Risiken?

Diese und viele weitere grundlegende Fragen werden in diesem ersten Kapitel zur Erlangung des CFD-Führerscheins behandelt.
Nach dem Durcharbeiten dieses Kapitels sollten Sie alle oben genannten Fragen beantworten können und den nachfolgenden Test erfolgreich bestehen.

Kurzbeschreibung CFD: Historie, Name

CFD ist die Abkürzung für Contracts for Difference, was man als Differenzkontrakte  oder besser „Differenzgeschäfte“ ins deutsche  übersetzen könnte. CFDs gibt es seit mehr als 20 Jahren. Heimatland der CFDs ist England. Auch in anderen Ländern sind CFDs sehr beliebt. CFDs wurden zum Beispiel in Australien, in Kanada und in Südostasien erfolgreich eingeführt. In Deutschland werden CFDs seit wenigen Jahren in größerem Umfang angeboten. Der Markt für CFDs ist seither sprunghaft gewachsen.

Idee des Produktes

Bei CFDs handelt es sich um Produkte, die von Aktien, Indizes, Währungen oder anderen so genannten Basiswerten abgeleitet werden. Fachleute nennen solche abgeleiteten Produkte häufig Derivate. Bei CFDs kaufen Sie also nicht zum Beispiel die Aktie selbst, sondern den CFD, der sich auf die Aktie bezieht. Die Kursentwicklung des CFDs spiegelt dabei die Kursentwicklung der Aktie 1:1 wider. Anders ausgedrückt: Der CFD steigt und fällt genauso wie der Basiswert. Die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufspreis ergibt den Gewinn oder Verlust des Anlegers.

Aber warum sollten Sie als Anleger den CFD kaufen? Warum nicht die Aktie direkt? Der wichtigste Grund hierfür ist der deutlich niedrigere Kapitaleinsatz. Beim Kauf oder Verkauf von CFDs setzen Sie nur einen Bruchteil des Kapitals ein, das für den Kauf des Basiswertes nötig wäre.

Market-Maker, Konto, Margin

CFDs werden nicht an der Börse gehandelt. Um CFDs handeln zu können, benötigen Sie ein Konto, auf dem die Sicherheitsleistung (=Margin) hinterlegt wird. Hierzu müssen Sie ein Konto bei einem Market-Maker oder bei einem Broker, der mit einem Market-Maker zusammenarbeitet, eröffnen und auf das Konto einen bestimmten Kapitalbetrag für CFD-Geschäfte einzahlen.

Der Market-Maker stellt An- und Verkaufspreise für die CFDs auf einer eigenen Handelsplattform im Internet. Zu diesen Preisen ist er stets bereit CFDs zu kaufen oder zu verkaufen. Für jedes der von Ihnen getätigten Geschäfte verlangt er eine Sicherheitsleistung, die auch als Margin bezeichnet wird. Die Margin beträgt häufig nur einen sehr geringen Teil des Kapitaleinsatzes, der für den Basiswert nötig wäre, beispielsweise 1%. An der Preisbewegung des Basiswerts nehmen Sie jedoch in voller Höhe teil, so als ob sie den Basiswert tatsächlich zum vollen Preis gehandelt hätten.

Hebelwirkung I

Durch den im Vergleich niedrigeren Kapitaleinsatz entsteht eine Hebelwirkung. Prozentual können mit CFDs wesentlich höhere Gewinne –aber auch Verluste – entstehen, als mit dem Basiswert selbst. Die Höhe der Hebelwirkung ist dabei direkt von der Margin-Anforderung abhängig. Beträgt die Margin-Anforderung zum Beispiel nur 5% des Kapitalbetrages, der für den Basiswert nötig wäre,
so ergibt sich eine 20-fache Hebelwirkung, oder einfacher: ein Hebel von 20. Die prozentualen Gewinne und Verluste mit dem CFD sind 20x größer als mit dem Basiswert.

Ein Beispiel:
Wenn Sie 100 Aktien zum Preis von 100 Euro kaufen, so benötigen Sie 10.000 Euro. Steigt der Preis der Aktien auf 101 Euro/Stück,
so entsteht ein Gewinn in Höhe von 100 Euro. Dies entspricht 1% Gewinn. Kaufen Sie hingegen 100 CFDs auf die Aktie, so müssen Sie nur 5% von 10.000 Euro als Margin hinterlegen, also 500 Euro. Das Handelsvolumen von 10.000 Euro ist aber dasselbe wie beim direkten Kauf der Aktien, dementsprechend wäre auch der absolute Gewinn derselbe: 100 Euro. 100 Euro Gewinn bei einem Einsatz von 500 Euro – das sind 20% Gewinn. 20x mehr als beim direkten Aktienkauf.

Hebelwirkung II

Die Margin-Anforderungen sind dabei abhängig vom Basiswert bzw. der Höhe seiner Preisschwankungen.
Je größer die Schwankungen, desto höher die Margins. Während für Aktien häufig – wie im Beispiel – eine Anforderung von 5% erhoben wird, beträgt die Margin für Indizes üblicherweise tatsächlich nur 1%, was einem Hebel von 100 entspricht.
Den maximalen Hebel können Sie einfach berechnen, indem Sie den Wert 100 durch die Margin-Anforderung teilen.

Hierzu eine kleine Übersicht 

Je niedriger die Margin, desto höher der Hebel – desto höher die Chance aber auch das Risiko.

Hebel / Margin
Margin1%5%10%20%50%
Hebel100201052

Hebelwirkung III

Abgrenzung zu anderen Produkten
CFDs gehören demnach zu den so genannten Hebelprodukten oder Hebelgeschäften.
In die Gruppe dieser Geschäfte lassen sich grundsätzlich auch Futures, Optionen, Optionsscheine und Hebelzertifikate einordnen, die sich auch auf Basiswerte beziehen und einen geringeren Kapitaleinsatz aufweisen als der Basiswert selbst.

Ein grundsätzlicher Unterschied zu diesen Produkten besteht jedoch darin, dass keiner Laufzeitbeschränkung unterliegen.
CFDs beinhalten auch keine Rechte oder Pflichten, den Basiswert in der Zukunft zu kaufen oder zu verkaufen. Sie sind direkt von dem aktuellen Basiswert abgeleitet.

Zusammenfassung

CFDs gibt es seit rund 20 Jahren – etwa seit 2005 verstärkt auch in Deutschland. CFDs sind von Basiswerten abgeleitete Produkte -Derivate - , die deren Wertentwicklung 1:1 widerspiegeln. Für CFD-Geschäfte sind Margins erforderlich, die häufig nur einen Bruchteil des Kapitalaufwands für den Basiswert ausmachen. Hierdurch entsteht eine Hebelwirkung, die umso größer ist, je niedriger die Margin-Anforderung ausfällt. CFDs werden über Market-Maker gehandelt oder über Broker, die mit entsprechenden Market-Makern zusammen-
arbeiten. Diese Market-Maker stellen auf eigenen Handelsplattformen die An- und Verkaufspreise für CFDs. Bevor gehandelt werden kann, muss ein Konto eröffnet werden, auf das Handelskapital eingezahlt wird. CFDs zählen wie Futures und Optionen zu den Hebelprodukten, sind jedoch keine Termingeschäfte.