Kapitel 4:
Orderarten und spezielle Orderarten

Einleitung / Überblick

Im CFD-Handel stellen die Market-Maker Ihren Kunden eine Reihe verschiedener, hilfreicher Orderarten zur Verfügung. In diesem Kapitel stellen wir diese Orderarten vor. Sie sollten nach diesem Kapitel die Orderarten kennen, Vor-und Nachteile der Orderarten abwägen und selbstverständlich Fragen zu den Orderarten beantworten können.

Market-Orders

Der einfachste verfügbare Ordertyp sind Market-Orders. Market-Orders sind Orders zum Kauf/Verkauf von CFDs zum aktuell vom Market-Maker gestellten Preis. Mit anderen Worten: Bei einer Market-Order geben Sie keine Maximal- oder Minimalpreis – also kein Limit – vor. Market-Orders sind immer dann von Vorteil, wenn Sie schnell handeln möchten, der Preis keine absolut dominante Rolle spielt und Sie sicher gehen wollen, dass die Order ausgeführt wird. Dies kann zum Beispiel der Fall sein, wenn die Preise sich rasch bewegen, Sie jedoch CFDs in jedem Fall kaufen möchten, um von der Preisbewegung zu profitieren. Der Nachteil einer Market-Order liegt auf der Hand. Ihren maximalen Einstiegs- oder minimalen Ausstiegspreis können Sie nicht bestimmen. Gerade bei Basiswerten mit sprunghaftem Kursverhalten sollten Sie mit Market-Orders also vorsichtig sein. Market-Maker ändern ihre Kursstellung fortlaufend.

Limit-Orders

Gerade im Falle größerer Kurssprünge bei kleineren, weniger gehandelten Basiswerten, bieten sich Limit-Orders an. Bei einer Limit-Order zum Kauf legen sie den maximalen Kaufpreis, den Sie zu zahlen bereit sind fest – das Limit. Bei einem Verkauf bestimmen Sie, welchen Preis Sie beim Verkauf an den Market-Maker mindestens erzielen wollen. Der Market-Maker kann Ihnen bei Erteilung von Limit-Orders keinen Preis abrechnen, der oberhalb Ihres Kauflimits oder unterhalb Ihres Verkauflimits ist.

Der Vorteil von Limit-Orders liegt in der Sicherheit, die maximalen Kauf- und die minimalen Verkaufspreise zu kennen. Als nachteilig könnte sich zum Beispiel ein Kauflimit herausstellen, dass zu niedrig gewählt wurde. Steigen womöglich die Kurse ohne zuvor das Kauflimit erreicht zu haben, so kaufen Sie nicht und mögliche Gewinne entgehen Ihnen.

Stop-Orders

Gerade zur Begrenzung von Verlusten bieten sich Stop-Orders an. Stop-Orders sind Orders, die erst aktiviert werden, wenn ein bestimmter Preis erreicht worden ist.

Hierzu ein kleines Beispiel:
Ein CFD kostet aktuell 50,00 zu 50,02 Euro. Sie haben 100 CFDs zum Preis von 50,02 gekauft und gleichzeitig eine Stop-Order zum Verkauf der CFDs erteilt, sollte der Preis auf 48 fallen. Fällt der Preis der CFDs auf 48, so werden die 100 CFDs zum nächstmöglichen Preis verkauft. Es wird also automatisch eine Market-Order ausgelöst, die die Verluste bei fallenden Kursen begrenzen soll. Auch bei steigenden Kursen kann eine Stop Buy-Order oberhalb des aktuellen Kursniveaus erteilt werden, wenn ein neuer Trend nicht verpasst werden soll.

If-Done-Orders

Eine If-Done-Order ist eine Order, die von der Ausführung einer anderen Order abhängig ist. Beispielsweise erteilen Sie eine Order zum Kauf von 100 CFDs auf Deutsche Bank zum Limit von 71,00. Nach Ausführung dieser Order wird gleichzeitig eine Stop-Order zum Verkauf der CFDs zum Preis von 69 aktiviert. If-Done-Orders vereinfachen damit die Ordererteilung. Es kann zum Beispiel nicht passieren, dass Sie die Erteilung einer Stop-Order zur Begrenzung der Verluste vergessen, wenn Sie stets If-Done-Orders erteilen. Nachteil: If-Done-Orders sind leider nicht bei jedem Market-Maker kostenfrei.

One-Cancels-Other-Orders

Auch bei einer One-Cancels-Other-Order – OCO – sind zwei Orders miteinander verbunden. Wird die eine Order ausgeführt, so wird die andere automatisch gelöscht – „gecanceled“. Beispiel: Sie erteilen eine limitierte Kauforder und gleichzeitig eine limitierte Verkauforder OCO. Wird das Kauflimit erreicht, so kaufen Sie die CFDs, gleichzeitig erlischt die Verkaufsorder. Wird das Verkaufslimit zuerst erreicht, so wird verkauft und die Kauforder wird gelöscht. Ein Vorteil dieser Orderart ist sicher, dass man den Überblick über seine Orders leichter behält. Die Order mit dem nicht erreichten Limit wird sofort gelöscht.

Zusammenfassung

Market-Maker bieten eine Vielzahl hilfreicher Orderarten zum Handeln an. Neben Market- und Limit-Orders sind dies häufig Stop-Orders, garantierte Stop-Orders, If-Done-Orders und One-Cancels-Other-Orders. Market-Orders sind Orders ohne Limit.
Limit-Orders schützen den Anleger durch die Vorgabe des maximalen Kaufpreises bzw. des minimalen Verkaufspreises. Mit Stop-Orders können Verluste bei fallenden oder steigenden Kursen begrenzt oder Einstiegschancen wahrgenommen werden.
Stop-Orders werden nur aktiviierrt, wenn ein festgelegter Stopkurs erreicht wurde. Es wird eine Market-Order aktiviert. Bei garantierten Stop-Orders wird die Ausführung der Order zum Stop Kurs garantiert. If-done-Orders und OCO Orders sind gekoppelte Orders.